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Dem Rechtsextremismus begegnen
10.11.2006
BERLIN
Mit Artur Brauner, dem Produzenten des Kinofilms "Der letzte Zug", sprach german-foreign-policy.com über die anhaltende Kontroverse um das Gedenken an die Deportationsopfer der Jahre 1938 bis 1945. In einer fiktiven Handlung schildert "Der letzte Zug" einen Todestransport der Reichsbahn, der im Vernichtungslager Auschwitz endete.
german-foreign-policy.com: Der Verleih hat Ihren Film am 9. November herausgebracht. Ist das eine Absichtserklärung?

Artur Brauner: Welch passenderes Datum könnte es geben? Der 9. November, die Pogrome, das alles ging der endgültigen Vernichtung ja voraus. Das war der Probelauf, von den Nazis aus betrachtet so etwas wie die Einstimmung auf den Massenmord.

gfp.com: Die Bahn AG nimmt Ihren Film zum Anlass, um auf großzügige Unterstützung bei den Dreharbeiten hinzuweisen. Gleichzeitig verbittet sich das Unternehmen seit zwei Jahren, der Deportationsopfer auf den deutschen Publikumsbahnhöfen durch eine Ausstellung zu gedenken. Wie ist Ihre Position?

Brauner: Einerseits bin ich der Bahn für die Unterstützung bei den Dreharbeiten verpflichtet. Aber weder als Produzent noch als Privatperson bin ich mit der Haltung der Bahnspitze einverstanden. Der Deportierten muss öffentlich, auf den Bahnhöfen, gedacht werden. Es wäre sehr zu begrüßen, könnte Herr Mehdorn seine unglückliche Entscheidung doch noch überdenken.

gfp.com: Bürgerinitiativen verteilen vor den Premierenkinos Flyer, die zum Gedenken an Tausende deportierte Kinder aufrufen. Ist das in Ihrem Sinne?

Brauner: Unbedingt. Dank möchte ich sagen, dass sich die Gruppen dieser schrecklichen Ereignisse annehmen. Es ist notwendig geworden, diesen Widerstand zu leisten. Nach einer jüngsten Erhebung sollen rund 14 Millionen Deutsche rechten, rassistischen Überzeugungen zuneigen. Wären diese Deutschen bereit, einem neuen Hitler zuzujubeln? Das muss man verhindern! Mit dem Gedenken an die Pogrome, an die Deportationen, an die Kinder wird dem entgegengearbeitet. Das ist gut und richtig, um dem Rechtsextremismus zu begegnen.
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